Die Yoga Sutras von Patanjali

Yogische Philosophie wurde in einer der klassischen Abhandlungen dieser Tradition beschrieben, in den Yoga Sutras  von Patanjali. Der große Weisen strukturierte und systematisierte sein gesammtes Wissen über Yoga in diesem Text. Über das Leben des Hindu-Heiligen und Philosophen ist so gut wie nichts bekannt. Das Datum der Entstehnung des Textes ist ebenfalls unbekannt, es wird angenommen, dass er zwischen 200 v.Chr. und 300 n.Chr geschrieben wurden.
Das Sanskrit-Wort „Sutra“ bedeutet soviel wie Aphorismus und die vier Kapitel oder Bücher (Sanskrit = padas) der Yoga-Sutras bestehen aus insgesamt 195 Aphorismen.

  • Samadhi Pada (51 Sutras) Was ist Yoga?

Samadhi bezieht sich auf den gesegneten Zustand, in dem der Yogi völlig in Selbst-Erkenntnis aufgegangen ist. Dieses Kapitel beschreibt die Natur des Yogas und die Mittel, mit denen man Samadhi erreichen kann.

  • Sadhana Pada (55 Sutras) Praxis von Yoga

Sadhana ist das Sanskrit Wort für „Praxis“ oder „Disziplin“. Dieses Kapitel zeichnet zwei Formen des Yogas nach: Kriya Yoga (Yoga der Aktion) und Ashtanga Yoga (achtfacher Pfad des Yogas).

  • Vibhuti Pada (56 Sutras) Fähigkeiten des Yogas

Vibhuti ist das Sanskrit Wort für „Kraft" oder "Manifestation". Spezielle Kräfte werden durch die Praxis des Yogas erworben. In ihrer Macht liegt das Potenzial des Missbrauchs, der vermieden werden muss, denn die Aufmerksamkeit soll alleine auf Befreiung des Geistes ausgerichtet sein.

  • Kaivalya Pada (34 Sutras) Ziel des Yogas

Kaivalya bedeutet wortwörtlich "Isolation" oder “Unwichtigkeit”, aber so wie es in den Sutras verwendet wird, steht es für Emanzipation and ist austauschbar mit moksha (= Befreiung), wie sie die Bhagavad Gita beschreibt. Kaivalya Pada beschreibt die Natur der Befreiung und die Realität des transzendentalen Selbst.

 

Dieses Buch ist in Form von Sutras geschrieben. Dies bedeutet „Faden“ und bezieht sich auf die Kette der Japa Mala (hinduistische Gebetsschnüre). Die Sutras hängen zusammen so wie die Glieder, die einer Kette bilden, sie sind ein Leitfaden, denn ein Sutra baut auf das andere auf. Da sie aber in Sanskrit und in kurzer, sehr ökonomischer Form formuliert sind, lassen sie Platz für Interpretationen. Einige Dinge sind uns nur mehr dadurch verständlich, weil wir Kommentare - wie den von Vyasa - zur Verfügung haben.

 

Das Sanskritwort sutra kann mit Aphorismus oder Leitfaden übersetzt werden und hat sechs Charakteristika:

  • alpaksaran: bedeutet wortwörtlich kleines Wort und zeigt die Ökonomie von Wörtern
  • asandigdham: klar, präzise, nicht vage
  • sarvat: voller Essenz und Bedeutung
  • visvathomugam: universale Anwendung
  • athobugam: existiert, ist real, keine Illusion
  • anavadyam: Verwendung von respektvollen Wörtern, keine Kritik an anderen.

Auf den folgenden Seiten stelle ich meine Übersetzung der Yoga Sutras von Patanjali zur Verfügung. Die Arbeit ist nicht vollständig. Sie beinhält die relevanten Sutras des 1. und 2. Kapitels und Teile des 3., die ich für mein Unterrichtsmaterias über Ashtanga Yoga verwendet habe.

 

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